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6 Fragen an... Inge Cromm, Turnverein Eschersheim 1895 e.V.

Engagiert für den Nachwuchs: Seit vielen Jahren schon nutzen Kindertagesstätten aus dem Stadtteil die Räumlichkeiten des TV Eschersheim für Bewegungsangebote.

20.11.2020

Für Inge Cromm begann die Mitgliedschaft im Turnverein Eschersheim 1895 e.V. noch vor der Einschulung. Sie sei „quasi im Verein aufgewachsen“, sagt die heutige Vorsitzende des TVE, die seit 2017 an der Spitze des Vereins steht. Heute möchte die ehemalige Vorturnerin, Landes-Kampfrichterin im Kunstturnen und studierte Betriebswirtin etwas zurückgeben. Dass der TV Eschersheim, über 1.700 Mitglieder groß, in der Corona-Pandemie solidarisch zusammenhält, macht die Vorsitzende stolz. Im Juli dieses Jahres hatte der Verein sein 125-jähriges Jubiläum.

„Die Verantwortlichen im TV Eschersheim zeigten und zeigen immer wieder Verantwortung für die Gesellschaft“, so Sportkreisvorsitzender Roland Frischkorn. „Der Verein hat beispielsweise früh mit dem Behinderten- und Reha-Sportverband zusammengearbeitet, die Kooperationen mit Kindertagesstätten im Stadtteil fördern frühkindliche Bewegung und wurden bereits ausgezeichnet. Auch an der Gründung der Sportkreises Frankfurt als eingetragener Verein haben die Eschersheimer mitgewirkt.“

Sportkreis Frankfurt: Warum engagieren Sie sich im bzw. für Ihren Verein?

Inge Cromm: Mit der Einschulung wurde ich auch im TV Eschersheim angemeldet, das war kurz vor meinem 6. Geburtstag, ich bin quasi dort aufgewachsen, mit Kinderturnen, Turnen und später Leichtathletik. Wir haben bei vielen Bergfesten übernachtet. Meine Schwester hat uns ihren VW-Bus geliehen, sodass wir als Gruppe fahren konnten. Ich habe meine Vorturnerausbildung gemacht und war auch Kampfrichterin im Kunstturnen weiblich auf Landesebene. Ich habe Betriebswirtschaftslehre studiert, als kaufmännische Leiterin gearbeitet und möchte nun etwas von meinem Wissen aus Dankbarkeit dem Verein zurückgeben.

Sportkreis: Hat sich die Vorstandsarbeit in den letzten Jahren verändert? Wenn ja, wie? Worauf kommt es besonders an?

Cromm: Darüber, wie es vor meiner Zeit war, habe ich nur etwas gehört. Ich versuche, alle Vorstandsmitglieder und auch engagierte Vereinsmitglieder aktiv einzubinden und auch durch die Bildung von kleineren Arbeitsgruppen kommen wir gut weiter.

Die EDV wurde aufgerüstet, die Nutzung des Vereinsprogrammes optimiert. Kündigungsbedingt suchten wir eine neue Geschäftsführerin und hatten großes Glück, dass unsere jetzige Geschäftsführerin sich auch gerade verändern wollte. Sie unterstützt uns hervorragend und leitet das Team der Geschäftsstelle ausgezeichnet.

Sportkreis: Wie wirkt sich die Corona-Epidemie auf Ihren Verein aus? Was beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Cromm: Zum zweiten Mal mussten wir kurzfristig unser Sportprogramm aussetzen. Nun ist es viel leichter als beim ersten Mal. Unsere Übungsleiterinnen und Übungsleiter sind super, sie produzieren Videos und unterrichten im Livestream. Wir sind dauerhaft damit beschäftigt, die technischen Voraussetzungen und auch das Know-How weiterzuentwickeln. So habe ich beispielsweise am Samstag für eine Übungsleiterin ein Zoom-Meeting erstellt, damit sie eine Stunde per Livestream anbieten kann. Um alle Fragen rund um Corona kümmert sich ein Arbeitskreis. Dadurch können wir auf Veränderungen und neue Auflagen sehr schnell reagieren. Mittels Zoom-Meeting stimmen wir ab, was wir anbieten können. Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter sind mit eingebunden und auch die Meinungen und Befindlichkeiten unserer Sportlerinnen und Sportler berücksichtigen wir. Dies bedeutet zum Beispiel, dass wir die Teilnehmerzahl bei unseren Übungsstunden nie bis zum Maximum ausreizen.

Sportkreis: Gibt es etwas im Verein, das Sie besonders stolz macht / etwas, das Sie hervorheben möchten?

Cromm: Die Kreativität der jungen Mitglieder. Wir haben Künstler im Bereich Internet und Video-Gestaltung. Mit diesem Wissen möchten wir nun auch Facebook und Instagram verstärkt nutzen. Außerdem bin ich sehr stolz auf unsere Übungsleiterinnen und Übungsleiter und auf unsere Mitglieder. In diesen schwierigen Monaten hat sich wieder gezeigt, dass alle im Verein an einem Strang ziehen. Unsere Trainerinnen und Trainer haben sich sehr engagiert und wagen sich am Beispiel der Online-Angebote auch auf unbekanntes Terrain. Wir versuchen sie zu unterstützen, wo es nur geht, und ich bin sehr stolz darauf, dass wir trotz der sehr schwierigen Situation keinen einzigen Übungsleiter verloren haben. Unsere Mitglieder zeigen viel Verständnis und lassen sich auf die neue Art der Angebote ein. Wir haben kaum Fragen nach Beitragserstattungen erhalten und freuen uns sehr, dass die Freude am Sport und die Verbindung zum TVE auch während der Vereinsschließungen bestehen bleibt.

Sportkreis: Gibt es ein Sportprojekt (außerhalb Ihres Vereins), das Sie besonders gut finden?

Cromm: Zum Beispiel die Kooperationen mit Kindertagesstätten, wobei hier der TVE auch aktiv ist. Die Aktion “Stadt in Bewegung”, die auch von Frankfurt unterstützt wird, finde ich ausgezeichnet. Nicht jeder Bürger möchte sich fest an einen Verein binden. Mit wachsenden Möglichkeiten für selbstorganisierten Sport im öffentlichen Raum wird Frankfurt gut aufgestellt sein. Sport macht Spaß, verbindet Menschen, ermöglicht Integration.

Auch die angestrebte Olympiabewerbung von Frankfurt und der Rhein-Main-Region für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2032 begrüße ich.

Sportkreis: Welche Rolle spielen Sportvereine Ihrer Ansicht nach für Frankfurt?

Cromm: Sportvereine übernehmen Betreuungsfunktionen, wie auch die sozialen Einrichtungen. Kinder und Jugendliche benötigen körperliche Betätigung, der Bewegungsdrang ist oft groß und die Möglichkeiten im Alltag sind oft begrenzt. Im Sport können sich alle auspowern, sie lernen spielerisch „Fair play“ und Teamgeist.

Zur Website des Vereins www.turnverein-eschersheim.de

Zur Vereinsseite www.mainova-sport.de/turnverein-eschersheim-1895

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